Vaterschaftstest in der Schwangerschaft
Dass die Möglichkeit eines Vaterschaftstests besteht, ist mittlerweile hinlänglich bekannt. Aber die wenigstens wissen, dass es auch die Möglichkeit gibt, einen Vaterschaftstest in der Schwangerschaft durchführen zu lassen. Allerdings ist dies ein ziemlich riskanter Eingriff, der die Gefahr einer Fehlgeburt in sich birgt. Dies dürfte für eine Mutter unverzeihlich sein, vor allem, wenn man bedenkt, dass die paar Monate bis nach der Geburt gewartet werden könnte.
Vaterschaftstest schon vor der Geburt?
Die Frage ist ja auch, ist es denn wirklich notwendig, einen solchen Test durchführen zu lassen? Einer der wenigen Gründe hierfür wäre vermutlich der einer Vergewaltigung mit einer daraus resultierenden Schwangerschaft. Die Ungewissheit der Ehefrau, ob denn das Kind von ihrem Mann oder einem Gewalttäter gezeugt wurde ist vermutlich völlig verständlich, denn nicht nur das Erlebnis der Vergewaltigung ist eine psychische Belastung.
Vaterschaftstest in der Schwangerschaft - Der Eingriff
Eine Möglichkeit, eine solche DNA-Analyse zu erhalten besteht in der 10. bis 12. Schwangerschaftswoche durch die so genannte Chorionzottenbiopsie. Eine Gewebeprobe wird entnommen und in einem Labor auf die gemeinsame DNA getestet. Die andere Möglichkeit wäre eine Fruchtwasseruntersuchung in der 15. Schwangerschaftswoche. Diese wird auch bei Spätgebärenden durchgeführt, um eine eventuelle Behinderung – speziell das Down-Syndrom – zu erkennen.
Sollte sich ein Paar oder auch nur eine werdende Mutter dafür entscheiden, so sollte sie sich vorher bewusst sein, dass dies definitiv eine große Gefahr für das werdende Leben bedeutet. Jeder gute Arzt wird sie auch darauf hinweisen, sofern er sich bereiterklärt, einen pränatalen Vaterschaftstest durchzuführen. Aufgrund des bestehenden Risikos sollte sich die werdende Mutter diesen Schritt wirklich reiflich überlegen und abwägen, ob denn ein solcher Test nicht auch Zeit hätte bis nach der Geburt. Letztlich hat das aber nur sie zu entscheiden.
Vaterschaftstest in der Schwangerschaft - Rechtliches
Rein rechtlich gesehen ist die Probeentnahme für einen Vaterschaftstest in der Schwangerschaft nicht verboten. Trotz des Riskos, den er in sich birgt, gibt es keine Gesetze, die einen Vaterschaftstest vor der Geburt nur unter bestimmten Voraussetzungen zulassen. Anders herum gibt es auch keinen Zwang. Die Mutter selbst kann entscheiden, ob sie den Vaterschaftstest zulässt oder nicht.
Des Weiteren dient ein pränataler Vaterschaftstest auch dem Gesetz. Wenn eine werdende Mutter beispielsweise vergewaltigt worden ist und der Verdacht besteht, dass das Leben in ihr von dem Vergewaltiger gezeugt worden ist, kann hier ein Vaterschaftstest dazu beitragen, dass der Täter und mögliche Vater schnell hinter Gitter gebracht wird, da ihm hierdurch bewiesen wird, dass er die Frau vergewaltigt hat.